Weinregion Priorat. Von hier kommen die feinsten Rotweine, die Spanien zu bieten hat

Es mutet fast wie eine Enklave an, dieses Weingebiet tief im Innern Spaniens. Wie eine Enklave der Vergangenheit, aber gleichzeitig auch der höchsten Qualität, des Hochgenusses und der Premium-Preise. Die Rede ist vom Priorat, das im heimatlichen Spanien Priorato heißt. Seit dem 12. Jahrhundert wird dort nachweislich Wein angebaut, und doch war die Region lange quasi in Vergessenheit geraten. Erst in den 1980er Jahren besannen sich zwei echte Weinpioniere auf die Geschichte und das Potenzial des Priorats. Was seitdem geschehen ist, hat das Attribut „atemberaubend“ wirklich verdient. Heute kommen einige der absolut besten Rotweine Spaniens aus dem Priorat, dazu Raritäten zu schwindelerregenden Preisen. Das Priorat, im Hinterland der katalanischen Stadt Tarragona gelegen, hat es für Weinfreunde wirklich in sich!
weiterlesen
Es mutet fast wie eine Enklave an, dieses Weingebiet tief im Innern Spaniens. Wie eine Enklave der Vergangenheit, aber gleichzeitig auch der höchsten Qualität, des Hochgenusses und der... mehr erfahren »
Fenster schließen
Weinregion Priorat. Von hier kommen die feinsten Rotweine, die Spanien zu bieten hat
Es mutet fast wie eine Enklave an, dieses Weingebiet tief im Innern Spaniens. Wie eine Enklave der Vergangenheit, aber gleichzeitig auch der höchsten Qualität, des Hochgenusses und der Premium-Preise. Die Rede ist vom Priorat, das im heimatlichen Spanien Priorato heißt. Seit dem 12. Jahrhundert wird dort nachweislich Wein angebaut, und doch war die Region lange quasi in Vergessenheit geraten. Erst in den 1980er Jahren besannen sich zwei echte Weinpioniere auf die Geschichte und das Potenzial des Priorats. Was seitdem geschehen ist, hat das Attribut „atemberaubend“ wirklich verdient. Heute kommen einige der absolut besten Rotweine Spaniens aus dem Priorat, dazu Raritäten zu schwindelerregenden Preisen. Das Priorat, im Hinterland der katalanischen Stadt Tarragona gelegen, hat es für Weinfreunde wirklich in sich!

Diese Mönche haben garantiert nicht nur Messwein gekeltert

Es waren Mönche des Kartäuserordens, die hier bereits im frühen Mittelalter in aller Abgeschiedenheit gute Tropfen kelterten. Mit Sicherheit dienten diese nicht nur als Messwein! Doch politische Wirren führten dazu, dass die Mönche das Land und ihr Kloster verlassen mussten und mit ihnen begab sich auch der Weinbau auf den Rückzug. Ganze 600 Hektar des einst so fruchtbaren Gebiets standen noch unter Reben, als René Barbier und Alvaro Palacio Ende der Achtziger Jahre das Gebiet wiederentdeckten und damit eine wahre Wein-Revolution entfachten. Wo zum Schluss nur noch ein paar wenige Genossenschaften weniger als durchschnittliche Tropfen produziert hatten, blühte der Weinbau plötzlich wieder auf; quantitativ sowieso, vor allem aber qualitativ. Heute stehen nicht nur wieder knapp 2500 Hektar Fläche unter Reben, sondern die Region darf auch die höchste Qualitätsstufe führen: DOCa. Diese Ehre hat bislang nur die Rioja für sich in Anspruch nehmen können. Die Abkürzung steht für Denominación de Origen Calificada - in Spanien der Ritterschlag für die Weinproduktion.

Die Lagen sind steil und schwer zugänglich

Was also haben die beiden Spürnasen in Sachen Wein vorgefunden, als sie sich für das Priorat begeisterten? Uralte Rebstöcke zum Beispiel, die meisten von ihnen von den Sorten Grenache und Carignan. Die Stöcke standen auf kargen und steinigen Schieferterrassen, die oft nur schwer zugänglich waren. Und die Menge des Weins, der daraus gekeltert werden konnte, war anfangs verschwindend gering, aber die Aromen, die Farbe, der Geschmack! Als erfahrene und international ausgebildete Winzer wussten Barbier und Palacio sofort, dass sie auf ein Ausnahme-Gebiet gestoßen waren. Bis heute sind die Erträge bewusst klein gehalten worden. Ein Hektar Rebfläche erbringt zwischen fünf und sechs Hektoliter Wein. Die allerdings zählen dann zu dem Besten, was Spanien zu bieten hat und sind inzwischen auf der ganzen Welt entsprechend renommiert.

Was aus dem Priorat in das Glas des Genießers kommt, das ist von intensiver Farbe, von intensivem, Geschmack und sehr alkoholstark. Die „leichtesten“ Weine des Priorats weisen 13,5 Prozent Alkohol auf, die meisten reichen aber eher an 15 Prozent heran. Dunkel und tiefrot schimmern sie im Glas, meist sind sie bereits mehrere Jahre gereift und theoretisch können sie noch mindestens zwei Jahrzehnte länger völlig unbeschadet im Keller bleiben.

90 Prozent Rotwein, zehn Prozent Weißwein

Heute arbeiten wieder knapp hundert Winzer im Priorat. 90 Prozent der Weine aus der Region sind Rotweine. Die Lagen für die zugelassenen Rebsorten Grenache und Carignan, Merlot, Picapoll negre, Shiraz, Spätbrugunder und Ull de Llebre, so der einheimische Name für Tempranillo, sind oft extrem steil und schwer zugänglich. Maschinen haben hier keine Chance, alles wird von Hand erledigt. Auch das garantiert, dass aus dem Priorat niemals eine Region für Massenweine werden kann.

Ungewöhnlich und ungewöhnlich gut sind auch die wenigen Weißweine, die von hier kommen. Zugelassene Sorten sind Chenin Blanc , Grenache Blanca , Macabeo , ’Muscat dAlexandrie , Muscat blanc à petits grains , Pansal , Pedro Ximénez , Picapoll blanca und Viognier . Die Tropfen daraus begeistern schon im Glas mit ihrer strohgelben Farbe. Die Nase freut sich an fruchtigen Aromen und an Noten von wilden Bergkräutern. Am Gaumen schließlich sind diese Weine eher warm als frisch und samtweich. Die Anklänge an Bergkräuter übrigens sind natürlich kein Zufall. Die Lagen des Priorats schmiegen sich terrassenförmig an die Hänge des Montsant-Gebirges. Das erhebt sich hoch und sehr malerisch über die Siurana, einen Nebenfluss des Ebro.

Filter schließen
von bis
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
Marco Abella, Loidana Priorat DO, 2017
Marco Abella, Loidana Priorat DO, 2017
Inhalt 0.75 Liter (18,53 € * / 1 Liter)
13,90 € *
Mas Doix, Les Crestes Priorat D.O.Ca., 2018
Mas Doix, Les Crestes Priorat D.O.Ca., 2018
Inhalt 0.75 Liter (22,53 € * / 1 Liter)
16,90 € *
Mas Doix, Salanques Priorat D.O.Ca., 2014/2016
Mas Doix, Salanques Priorat D.O.Ca., 2014/2016
Inhalt 0.75 Liter (43,87 € * / 1 Liter)
32,90 € *
Bodegas la Cartuja, La Cartuja Priorat, 2015/2016
Bodegas la Cartuja, La Cartuja Priorat, 2015/2016
Inhalt 0.75 Liter (17,20 € * / 1 Liter)
12,90 € *

Diese Mönche haben garantiert nicht nur Messwein gekeltert

Es waren Mönche des Kartäuserordens, die hier bereits im frühen Mittelalter in aller Abgeschiedenheit gute Tropfen kelterten. Mit Sicherheit dienten diese nicht nur als Messwein! Doch politische Wirren führten dazu, dass die Mönche das Land und ihr Kloster verlassen mussten und mit ihnen begab sich auch der Weinbau auf den Rückzug. Ganze 600 Hektar des einst so fruchtbaren Gebiets standen noch unter Reben, als René Barbier und Alvaro Palacio Ende der Achtziger Jahre das Gebiet wiederentdeckten und damit eine wahre Wein-Revolution entfachten. Wo zum Schluss nur noch ein paar wenige Genossenschaften weniger als durchschnittliche Tropfen produziert hatten, blühte der Weinbau plötzlich wieder auf; quantitativ sowieso, vor allem aber qualitativ. Heute stehen nicht nur wieder knapp 2500 Hektar Fläche unter Reben, sondern die Region darf auch die höchste Qualitätsstufe führen: DOCa. Diese Ehre hat bislang nur die Rioja für sich in Anspruch nehmen können. Die Abkürzung steht für Denominación de Origen Calificada - in Spanien der Ritterschlag für die Weinproduktion.

Die Lagen sind steil und schwer zugänglich

Was also haben die beiden Spürnasen in Sachen Wein vorgefunden, als sie sich für das Priorat begeisterten? Uralte Rebstöcke zum Beispiel, die meisten von ihnen von den Sorten Grenache und Carignan. Die Stöcke standen auf kargen und steinigen Schieferterrassen, die oft nur schwer zugänglich waren. Und die Menge des Weins, der daraus gekeltert werden konnte, war anfangs verschwindend gering, aber die Aromen, die Farbe, der Geschmack! Als erfahrene und international ausgebildete Winzer wussten Barbier und Palacio sofort, dass sie auf ein Ausnahme-Gebiet gestoßen waren. Bis heute sind die Erträge bewusst klein gehalten worden. Ein Hektar Rebfläche erbringt zwischen fünf und sechs Hektoliter Wein. Die allerdings zählen dann zu dem Besten, was Spanien zu bieten hat und sind inzwischen auf der ganzen Welt entsprechend renommiert.

Was aus dem Priorat in das Glas des Genießers kommt, das ist von intensiver Farbe, von intensivem, Geschmack und sehr alkoholstark. Die „leichtesten“ Weine des Priorats weisen 13,5 Prozent Alkohol auf, die meisten reichen aber eher an 15 Prozent heran. Dunkel und tiefrot schimmern sie im Glas, meist sind sie bereits mehrere Jahre gereift und theoretisch können sie noch mindestens zwei Jahrzehnte länger völlig unbeschadet im Keller bleiben.

90 Prozent Rotwein, zehn Prozent Weißwein

Heute arbeiten wieder knapp hundert Winzer im Priorat. 90 Prozent der Weine aus der Region sind Rotweine. Die Lagen für die zugelassenen Rebsorten Grenache und Carignan, Merlot, Picapoll negre, Shiraz, Spätbrugunder und Ull de Llebre, so der einheimische Name für Tempranillo, sind oft extrem steil und schwer zugänglich. Maschinen haben hier keine Chance, alles wird von Hand erledigt. Auch das garantiert, dass aus dem Priorat niemals eine Region für Massenweine werden kann.

Ungewöhnlich und ungewöhnlich gut sind auch die wenigen Weißweine, die von hier kommen. Zugelassene Sorten sind Chenin Blanc , Grenache Blanca , Macabeo , ’Muscat dAlexandrie , Muscat blanc à petits grains , Pansal , Pedro Ximénez , Picapoll blanca und Viognier . Die Tropfen daraus begeistern schon im Glas mit ihrer strohgelben Farbe. Die Nase freut sich an fruchtigen Aromen und an Noten von wilden Bergkräutern. Am Gaumen schließlich sind diese Weine eher warm als frisch und samtweich. Die Anklänge an Bergkräuter übrigens sind natürlich kein Zufall. Die Lagen des Priorats schmiegen sich terrassenförmig an die Hänge des Montsant-Gebirges. Das erhebt sich hoch und sehr malerisch über die Siurana, einen Nebenfluss des Ebro.