Weingut L’Antesi. Wo zwei rote Rebsorten für den großen Erfolg sorgen

Apulien, der tiefe Süden Italiens, der Absatz des Stiefels. Hier, zwischen zwei Meeren, herrschen ideale klimatische Bedingungen für den Weinbau. Lange aber hat die Weinwirtschaft dort ausschließlich auf Quantität gesetzt. Inzwischen hat ein großes Umdenken begonnen und die Zeichen vieler Weingüter stehen jetzt auf Qualitätsanbau. Interessant ist, dass sich nicht nur große Güter für das neue Konzept entscheiden. Auch kleinere Winzer profitieren davon, indem sie sich zum Beispiel in Kooperativen zusammenschließen. Ein sehr erfolgreiches Beispiel dafür ist die Kooperative „L’Antesi“, die sich auf der Halbinsel Salento etwas südlich der kleinen Stadt Brindisi befindet. Die Kooperative ist mit gut 20 Jahren noch recht jung, hat sich aber dennoch am internationalen Markt bereits eine feste Position erworben.
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Weingut L’Antesi. Wo zwei rote Rebsorten für den großen Erfolg sorgen
Apulien, der tiefe Süden Italiens, der Absatz des Stiefels. Hier, zwischen zwei Meeren, herrschen ideale klimatische Bedingungen für den Weinbau. Lange aber hat die Weinwirtschaft dort ausschließlich auf Quantität gesetzt. Inzwischen hat ein großes Umdenken begonnen und die Zeichen vieler Weingüter stehen jetzt auf Qualitätsanbau. Interessant ist, dass sich nicht nur große Güter für das neue Konzept entscheiden. Auch kleinere Winzer profitieren davon, indem sie sich zum Beispiel in Kooperativen zusammenschließen. Ein sehr erfolgreiches Beispiel dafür ist die Kooperative „L’Antesi“, die sich auf der Halbinsel Salento etwas südlich der kleinen Stadt Brindisi befindet. Die Kooperative ist mit gut 20 Jahren noch recht jung, hat sich aber dennoch am internationalen Markt bereits eine feste Position erworben.

Negroamaro und Malvasia Nera weisen den Weg

Es sind zwei rote Rebsorten, mit deren Weinen die Kooperative L’Antesi bei ihren Kunden punktet. Zum einen ist es die Malvasia Nera, die in den Weingärten reift, zum anderen die Negroamaro. Für Weinfreunde, die gern jenseits der großen internationalen Rebsorten genießen, kommen diese zwei gerade recht. Die Negroamaro ist eine autochthone Rebsorte, sie ist also in Apulien beheimatet. Insofern gedeiht sie eben auch geradezu ideal auf den Böden der Region und in ihrem ganz besonderen Klima. Weil hier die Adria und das Ionische Meer aufeinandertreffen, sind die Nächte selbst im Hochsommer recht kühl, die Trauben reifen besser. Apropos reifen. Die Negroamaro weist einen leicht bitteren, einer Mandel ähnlichen Geschmack auf. Indem die Erträge jedoch relativ niedrig gehalten werden und eine lange Reifung erfolgt, kann diese Note gut abgemildert werden. Den Önologen der Kooperative L’Antesi ist dieser Schritt perfekt gelungen. Sie bringen Weine aus der Negroamaro auf den Markt, die ohne jeden bitteren Beigeschmack alle Vorteile der Rebsorte aufweisen. Das hat jedoch seinen Preis. Durch die Ertragsreduktion produziert die Kooperative deutlich weniger als die „Konkurrenz“, die sich immer noch der Quantität verschrieben hat.

Was der Negroamaro recht ist, ist der Malvaria Nera billig. Auch sie fühlt sich auf kargen, hügeligen Boden wohl, auch sie profitiert vom Klima und von der Ertragsreduktion. Während viele Güter in Apulien die Malvasia Nera (immer noch) durch Rebstöcke der Sorte Cabernet Sauvignon ersetzen, hält die Kooperative an ihrem qualitätsbewussten Credo fest.

Kein Widerspruch: Intensiv und üppig mit einem Hauch Leichtigkeit

Was genau bedeutet „qualitätsbewusstes Credo“? Die Lese erfolgt per Hand, ebenso die Selektion der Trauben, bevor sie für die Maischegärung in die Edelstahltanks kommen. Im zweiten Schritt geht es dann überwiegend in Barriquefässer und schließlich auf die Flasche, wo eine weitere Ruhe- und Reifephase obligatorisch ist. Was schließlich dabei herauskommt, ist eine Kombination von ungewöhnlich guten, intensiven Weinen, die sich bei allem Charakter eine wunderbare Leichtigkeit bewahren. Wann hat man zuvor je von großen apulischen Rotweinen gehört, die es bei einem Alkoholgehalt von 12,5 Prozent belassen? Solche Tropfen dürften absoluten Seltenheitswert besitzen.

Gerade einmal fünf Prozent der Anbauflächen in Apulien haben DOC-Status. Ehrensache, dass die Lagen der Kooperative L’Antesi dazu zählen. Die internationale Weinfachwelt beobachtet (und trinkt) den L´Antesi Salice Salentino und den L´Antesi Squinzano DOC. Dabei handelt es sich um wahrlich opulente, kräftige Weine mit viel Frucht. Aus dieser Kooperative werden zukünftig noch viele weitere Spitzenweine kommen.

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L'Antesi, Salice Salentino Riserva D.O.C., 2015
L'Antesi, Salice Salentino Riserva D.O.C., 2015
Inhalt 0.75 Liter (15,67 € * / 1 Liter)
11,75 € *
L'Antesi, Casalécchio di Sorbo I.G.P., 2018
L'Antesi, Casalécchio di Sorbo I.G.P., 2018
Inhalt 0.75 Liter (11,47 € * / 1 Liter)
8,60 € *
L'Antesi, Salice Salentino D.O.P. 2017
L'Antesi, Salice Salentino D.O.P. 2017
Inhalt 0.75 Liter (10,00 € * / 1 Liter)
7,50 € *
L'Antesi, Negromaniello I.G.P., 2018
L'Antesi, Negromaniello I.G.P., 2018
Inhalt 0.75 Liter (10,53 € * / 1 Liter)
7,90 € *

Negroamaro und Malvasia Nera weisen den Weg

Es sind zwei rote Rebsorten, mit deren Weinen die Kooperative L’Antesi bei ihren Kunden punktet. Zum einen ist es die Malvasia Nera, die in den Weingärten reift, zum anderen die Negroamaro. Für Weinfreunde, die gern jenseits der großen internationalen Rebsorten genießen, kommen diese zwei gerade recht. Die Negroamaro ist eine autochthone Rebsorte, sie ist also in Apulien beheimatet. Insofern gedeiht sie eben auch geradezu ideal auf den Böden der Region und in ihrem ganz besonderen Klima. Weil hier die Adria und das Ionische Meer aufeinandertreffen, sind die Nächte selbst im Hochsommer recht kühl, die Trauben reifen besser. Apropos reifen. Die Negroamaro weist einen leicht bitteren, einer Mandel ähnlichen Geschmack auf. Indem die Erträge jedoch relativ niedrig gehalten werden und eine lange Reifung erfolgt, kann diese Note gut abgemildert werden. Den Önologen der Kooperative L’Antesi ist dieser Schritt perfekt gelungen. Sie bringen Weine aus der Negroamaro auf den Markt, die ohne jeden bitteren Beigeschmack alle Vorteile der Rebsorte aufweisen. Das hat jedoch seinen Preis. Durch die Ertragsreduktion produziert die Kooperative deutlich weniger als die „Konkurrenz“, die sich immer noch der Quantität verschrieben hat.

Was der Negroamaro recht ist, ist der Malvaria Nera billig. Auch sie fühlt sich auf kargen, hügeligen Boden wohl, auch sie profitiert vom Klima und von der Ertragsreduktion. Während viele Güter in Apulien die Malvasia Nera (immer noch) durch Rebstöcke der Sorte Cabernet Sauvignon ersetzen, hält die Kooperative an ihrem qualitätsbewussten Credo fest.

Kein Widerspruch: Intensiv und üppig mit einem Hauch Leichtigkeit

Was genau bedeutet „qualitätsbewusstes Credo“? Die Lese erfolgt per Hand, ebenso die Selektion der Trauben, bevor sie für die Maischegärung in die Edelstahltanks kommen. Im zweiten Schritt geht es dann überwiegend in Barriquefässer und schließlich auf die Flasche, wo eine weitere Ruhe- und Reifephase obligatorisch ist. Was schließlich dabei herauskommt, ist eine Kombination von ungewöhnlich guten, intensiven Weinen, die sich bei allem Charakter eine wunderbare Leichtigkeit bewahren. Wann hat man zuvor je von großen apulischen Rotweinen gehört, die es bei einem Alkoholgehalt von 12,5 Prozent belassen? Solche Tropfen dürften absoluten Seltenheitswert besitzen.

Gerade einmal fünf Prozent der Anbauflächen in Apulien haben DOC-Status. Ehrensache, dass die Lagen der Kooperative L’Antesi dazu zählen. Die internationale Weinfachwelt beobachtet (und trinkt) den L´Antesi Salice Salentino und den L´Antesi Squinzano DOC. Dabei handelt es sich um wahrlich opulente, kräftige Weine mit viel Frucht. Aus dieser Kooperative werden zukünftig noch viele weitere Spitzenweine kommen.