Petit Verdot. Kommt in den besten Rotweinen Frankreichs vor, ist international aber auch solo ein Star

Obwohl Petit Verdot zu den klassischen Bordeaux-Rebsorten gehört, geht ihr Bestand seit Jahren unaufhörlich zurück. Das gilt zumindest in ihrer Heimat Frankreich. Im 19. Jahrhundert war die Petit Verdot dort noch weit verbreitet; vor allem im Südwesten, wo sie den Status einer autochthonen Rebsorte innehat. Doch obwohl der „kleine Grünling“, so die Übersetzung des Namens, mengenmäßig an Bedeutung eingebüßt hat, ist die Sorte nach wie vor unerlässlich, um einige der besten Rotweine Frankreichs zu produzieren. Petit Verdot ist zum Beispiel in den Spitzenweinen der Weingüter Château Margaux und Château Latour vertreten. Müssen wir mehr dazu sagen?
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Petit Verdot. Kommt in den besten Rotweinen Frankreichs vor, ist international aber auch solo ein Star
Obwohl Petit Verdot zu den klassischen Bordeaux-Rebsorten gehört, geht ihr Bestand seit Jahren unaufhörlich zurück. Das gilt zumindest in ihrer Heimat Frankreich. Im 19. Jahrhundert war die Petit Verdot dort noch weit verbreitet; vor allem im Südwesten, wo sie den Status einer autochthonen Rebsorte innehat. Doch obwohl der „kleine Grünling“, so die Übersetzung des Namens, mengenmäßig an Bedeutung eingebüßt hat, ist die Sorte nach wie vor unerlässlich, um einige der besten Rotweine Frankreichs zu produzieren. Petit Verdot ist zum Beispiel in den Spitzenweinen der Weingüter Château Margaux und Château Latour vertreten. Müssen wir mehr dazu sagen?

Im eignen Land gilt der Prophet oft wenig

Es sind zugegeben recht kleine Mengen an Petit Verdot, die in diesen herausragenden Cuvées enthalten sind. Ihre Aufgabe dort ist es, den Spitzentropfen etwas mehr Stärke zu verleihen und ihre Lagerfähigkeit zu optimieren. Es sind Winzer im Bordeaux und dort speziell im Margaux, die nennenswerte Flächen mit Petit Verdot bestockt haben. Auch im Languedoc wird die Rebsorte geschätzt. In allen anderen Weinanbaugebieten Frankreichs kommt sie dagegen heute so gut wie überhaupt nicht mehr vor.

Aber es gibt ja nicht nur Frankreich. In anderen Ländern und auf anderen Kontinenten hat die Petit Verdot heute nach wie vor durchaus Bedeutung. In Europa findet man sie zum Beispiel in Spanien und Portugal, auf Sizilien und in der Schweiz. Sie wird dort ebenso wie in ihrer Heimat als zuverlässiger Cuvéepartner genutzt. Je nachdem, mit welchen Sorten sie verschnitten wird, ist die Petit Verdot für eine intensivere Farbe, für eine gewisse Robustheit, für kräftige Tannine oder eine bessere Lagerfähigkeit verantwortlich.

Globetrotter mit Hang zu heißen Ländern

Bleibt die Frage, ob die sehr spät reifende Petit Verdot immer nur die arme kleine Schwester von anderen, schöneren, besseren, wohlschmeckenderen Sorten ist. Die Antwort ist ein klares Nein. Denn Petit Verdot kann sehr wohl sortenrein ausgebaut werden. Dann bringt sie Weine mit hohem Säuregehalt und kräftigen Tanninen hervor. Tatsächlich ist es möglich, echte Spitzentropfen aus der Petit Verdot zu keltern. Am ehesten gelingt das in einem sehr heißen Klima, wie etwa im Barossa Valley im Süden Australiens. Dort fallen die Tannine weicher aus und die Weine sind sehr gehaltvoll. Ohnehin dürfen Tropfen aus der Petit Verdot mit Fug und Recht als sehr alkohollastig bezeichnet werden. Beachtliche Erfolge mit sortenreinen Weinen aus der Petit Verdot haben auch Winzer in Neuseeland, in Argentinien, Chile und Israel erzielt. Vergleichsweise kleine Anpflanzungen kommen zudem in Kalifornien und Südafrika vor und seien hier der Vollständigkeit halber genannt. Es hat sich natürlich weltweit in der Weinindustrie herumgesprochen, dass die Petit Verdot anderen roten Bordeauxsorten mehr Tiefe verleiht.

Sortenreine Petit Verdots verwöhnen mit Aromen von vollreifen, schwarzen Beeren und einer intensiven Farbe im Glas. Fällt ein Jahrgang mal sehr gut aus, dann gesellen sich zu der Frucht noch Noten von warmen Gewürzen wie etwa Muskat oder Pfeffer hinzu. Solche Ausnahmeweine können viele Jahre gelagert werden.

Zum Schluss noch eine Liste der Synonyme, unter denen der „kleine Grünling“ auch noch bekannt ist: Bouton Blanc, Carmelin, Héran, Lambrusquet, Petit Verdau, Petit Verdot Noir, Verdau, Verdot und Verdot Rouge.

Übrigens, auch der „große Grünling“ oder Gros Verdot ist eine Rebsorte. Sie ist allerdings bei weitem nicht so charaktervoll wie die kleine Schwester.https://de.wikipedia.org/wiki/Sizilien

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Im eignen Land gilt der Prophet oft wenig

Es sind zugegeben recht kleine Mengen an Petit Verdot, die in diesen herausragenden Cuvées enthalten sind. Ihre Aufgabe dort ist es, den Spitzentropfen etwas mehr Stärke zu verleihen und ihre Lagerfähigkeit zu optimieren. Es sind Winzer im Bordeaux und dort speziell im Margaux, die nennenswerte Flächen mit Petit Verdot bestockt haben. Auch im Languedoc wird die Rebsorte geschätzt. In allen anderen Weinanbaugebieten Frankreichs kommt sie dagegen heute so gut wie überhaupt nicht mehr vor.

Aber es gibt ja nicht nur Frankreich. In anderen Ländern und auf anderen Kontinenten hat die Petit Verdot heute nach wie vor durchaus Bedeutung. In Europa findet man sie zum Beispiel in Spanien und Portugal, auf Sizilien und in der Schweiz. Sie wird dort ebenso wie in ihrer Heimat als zuverlässiger Cuvéepartner genutzt. Je nachdem, mit welchen Sorten sie verschnitten wird, ist die Petit Verdot für eine intensivere Farbe, für eine gewisse Robustheit, für kräftige Tannine oder eine bessere Lagerfähigkeit verantwortlich.

Globetrotter mit Hang zu heißen Ländern

Bleibt die Frage, ob die sehr spät reifende Petit Verdot immer nur die arme kleine Schwester von anderen, schöneren, besseren, wohlschmeckenderen Sorten ist. Die Antwort ist ein klares Nein. Denn Petit Verdot kann sehr wohl sortenrein ausgebaut werden. Dann bringt sie Weine mit hohem Säuregehalt und kräftigen Tanninen hervor. Tatsächlich ist es möglich, echte Spitzentropfen aus der Petit Verdot zu keltern. Am ehesten gelingt das in einem sehr heißen Klima, wie etwa im Barossa Valley im Süden Australiens. Dort fallen die Tannine weicher aus und die Weine sind sehr gehaltvoll. Ohnehin dürfen Tropfen aus der Petit Verdot mit Fug und Recht als sehr alkohollastig bezeichnet werden. Beachtliche Erfolge mit sortenreinen Weinen aus der Petit Verdot haben auch Winzer in Neuseeland, in Argentinien, Chile und Israel erzielt. Vergleichsweise kleine Anpflanzungen kommen zudem in Kalifornien und Südafrika vor und seien hier der Vollständigkeit halber genannt. Es hat sich natürlich weltweit in der Weinindustrie herumgesprochen, dass die Petit Verdot anderen roten Bordeauxsorten mehr Tiefe verleiht.

Sortenreine Petit Verdots verwöhnen mit Aromen von vollreifen, schwarzen Beeren und einer intensiven Farbe im Glas. Fällt ein Jahrgang mal sehr gut aus, dann gesellen sich zu der Frucht noch Noten von warmen Gewürzen wie etwa Muskat oder Pfeffer hinzu. Solche Ausnahmeweine können viele Jahre gelagert werden.

Zum Schluss noch eine Liste der Synonyme, unter denen der „kleine Grünling“ auch noch bekannt ist: Bouton Blanc, Carmelin, Héran, Lambrusquet, Petit Verdau, Petit Verdot Noir, Verdau, Verdot und Verdot Rouge.

Übrigens, auch der „große Grünling“ oder Gros Verdot ist eine Rebsorte. Sie ist allerdings bei weitem nicht so charaktervoll wie die kleine Schwester.https://de.wikipedia.org/wiki/Sizilien