Malbec aus Italien. Diese Rebsorte ist als Partnerin heiß begehrt, allein trifft man sie dagegen eher selten an

Junge Weinfans sind manchmal überrascht zu hören, dass Malbec eine durch und durch europäische Rebsorte ist, die ursprünglich sogar ausschließlich in Frankreich beheimatet war. Heute gilt sie dagegen als „typisch argentinisch“ und ist dafür bekannt, dass sie auf dem südamerikanischen Kontinent allenfalls mal einen Abstecher nach Chile unternimmt. Kein Wunder, beide Länder bieten ihr beinah ideale Wachstumsbedingungen und sorgen somit dafür, dass ihr Potenzial bestens ausgeschöpft werden kann. Es kommen zweifellos große Malbec-Weine aus dieser Region. Doch auch in Europa wird die Rebsorte Malbec fleißig weiter kultiviert. Hier gedeiht sie nicht nur in ihrer alten Heimat Frankreich sehr erfolgreich, sondern auch in Italien. Im Stiefelland sind ihre Trauben vor allem für kräftige Cuvées begehrt.
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Malbec aus Italien. Diese Rebsorte ist als Partnerin heiß begehrt, allein trifft man sie dagegen eher selten an
Junge Weinfans sind manchmal überrascht zu hören, dass Malbec eine durch und durch europäische Rebsorte ist, die ursprünglich sogar ausschließlich in Frankreich beheimatet war. Heute gilt sie dagegen als „typisch argentinisch“ und ist dafür bekannt, dass sie auf dem südamerikanischen Kontinent allenfalls mal einen Abstecher nach Chile unternimmt. Kein Wunder, beide Länder bieten ihr beinah ideale Wachstumsbedingungen und sorgen somit dafür, dass ihr Potenzial bestens ausgeschöpft werden kann. Es kommen zweifellos große Malbec-Weine aus dieser Region. Doch auch in Europa wird die Rebsorte Malbec fleißig weiter kultiviert. Hier gedeiht sie nicht nur in ihrer alten Heimat Frankreich sehr erfolgreich, sondern auch in Italien. Im Stiefelland sind ihre Trauben vor allem für kräftige Cuvées begehrt.

Eine Rebsorte mit enormem Potenzial

Malbec - diese Rebsorte bringt viele Weinkenner zum Schwärmen. Italienische Winzer schätzen unter anderem die wunderbare Farbe, die Malbec jedem Rotwein verleihen kann. Sortenrein ausgebaut präsentiert sich ein Malbec fast lilaschwarz im Glas. Diese Tiefe wird im Verschnitt zwar nicht erreicht, doch intensiviert die Zugabe von Malbec das Farbergebnis garantiert. Dann kommt der Duft. Es sind wirklich Aromen von Format, die der Sorte Malbec ihren großen Ruf beschert haben. Gewürze hat sie für die Nase im Gepäck - Wacholder etwa, auch Lorbeer. Die Früchte, die hier anklingen, sind „erwachsen“ - reife Kirschen, Heidelbeeren, Brombeeren, späte Pflaumen. Manchmal gesellt sich auch noch etwas dunkle Schokolade und ein Hauch guten Tabaks dazu. Keine Sorte also für leichte Weine, die im Sommer schnell mal den Durst löschen. Malbec wird in Italien vielmehr als Verschnittpartner für große Rotweine geschätzt, die lange im Fass reifen dürfen, manchmal sogar reifen müssen, um ihre reichen Komponenten zu verfeinern und ihnen den letzten Schliff zu geben. Wenn solche Tropfen schließlich aus dem Keller kommen, haben sie das Zeug für echte Noblesse. Wird die Flasche dann aus einem besonderen Anlass entkorkt, wird sie zusätzlich zu den Früchten und Gewürzen mit erdigen Nuancen begeistern. Vielleicht ist ein hauchzarter Duft von Trüffel, vielleicht von Unterholz oder von Moos - wer weiß.

Beliebte Begleiter der Malbec sind in Italien Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Vor allem in der Toskana gesellt sich auch gern auch mal Sangiovese dazu. Und wann trinken die Italiener solche Weine? Klare Antwort: Weine aus oder mit Malbec sind Tropfen für den Herbst und den Winter. Nicht nur, weil sie mit ihren verschwenderischen Aromen die Seele wärmen. Sondern auch, weil sie wunderbar zu kräftigen, reichen Fleischgerichten passen, die traditionell eher in der kalten Jahreszeit auf den Tisch kommen. Eine Ausnahme macht aber möglicherweise ein Grillfest, das an einem kühlen Sommerabend stattfindet. Dann wird italienischer Malbec ganz sicher auch willkommen sein.

Eine Majestät unter den roten Rebsorten

So großartig sich Malbec genießen lässt, so durchaus schwierig ist die Sorte für den Winzer. Malbec treibt früh aus, das macht sie empfindlich, wenn es im Frühling nochmal zu späten Frösten kommen sollte. Überhaupt kann sie Kälte nicht so gut ab, das gilt auch für Winterfröste. Im Norden Italiens wird sie so gut wie gar nicht kultiviert, man findet sie aber in der Toskana und in den Anbaugebieten südlich davon. Zudem ist Malbec eine Rebsorte, die durchaus auch für einige Krankheiten anfällig ist, etwa für den Falschen Mehltau oder die Grauschimmelfäule. Wer dennoch Rebflächen damit bestockt und bis zur Lese gut pflegt, der kann auf eine Investition für die Zukunft hoffen. Hochwertige Malbecs können nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte reifen. Dann werden sie so majestätisch, dass sie wirklich in der allerersten Weinliga mitspielen können

Ein Weingut, das das auf hohem Niveau beweist, ist das Weingut Aldobrandesca, das zum Besitz der Familie Antinori gehört. Es liegt in der Maremma in der südlichen Toskana und produziert einen der ganz wenigen reinsortigen Malbecs Italiens. „Vie Cave “ hat die Familie diesen Tropfen getauft, dessen Namensgeber eine historische Straße der Etrusker ist. Die Böden in der fast biblischen Landschaft sind vulkanischen Ursprungs; der Malbec ganz sicher ein Tipp für Rotweinfans, die auf der Suche nach dem Besonderen sind.

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Enrico Fossi, Vento , 2016
Enrico Fossi, Vento , 2016
Inhalt 0.75 Liter (34,60 € * / 1 Liter)
25,95 € *

Eine Rebsorte mit enormem Potenzial

Malbec - diese Rebsorte bringt viele Weinkenner zum Schwärmen. Italienische Winzer schätzen unter anderem die wunderbare Farbe, die Malbec jedem Rotwein verleihen kann. Sortenrein ausgebaut präsentiert sich ein Malbec fast lilaschwarz im Glas. Diese Tiefe wird im Verschnitt zwar nicht erreicht, doch intensiviert die Zugabe von Malbec das Farbergebnis garantiert. Dann kommt der Duft. Es sind wirklich Aromen von Format, die der Sorte Malbec ihren großen Ruf beschert haben. Gewürze hat sie für die Nase im Gepäck - Wacholder etwa, auch Lorbeer. Die Früchte, die hier anklingen, sind „erwachsen“ - reife Kirschen, Heidelbeeren, Brombeeren, späte Pflaumen. Manchmal gesellt sich auch noch etwas dunkle Schokolade und ein Hauch guten Tabaks dazu. Keine Sorte also für leichte Weine, die im Sommer schnell mal den Durst löschen. Malbec wird in Italien vielmehr als Verschnittpartner für große Rotweine geschätzt, die lange im Fass reifen dürfen, manchmal sogar reifen müssen, um ihre reichen Komponenten zu verfeinern und ihnen den letzten Schliff zu geben. Wenn solche Tropfen schließlich aus dem Keller kommen, haben sie das Zeug für echte Noblesse. Wird die Flasche dann aus einem besonderen Anlass entkorkt, wird sie zusätzlich zu den Früchten und Gewürzen mit erdigen Nuancen begeistern. Vielleicht ist ein hauchzarter Duft von Trüffel, vielleicht von Unterholz oder von Moos - wer weiß.

Beliebte Begleiter der Malbec sind in Italien Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Vor allem in der Toskana gesellt sich auch gern auch mal Sangiovese dazu. Und wann trinken die Italiener solche Weine? Klare Antwort: Weine aus oder mit Malbec sind Tropfen für den Herbst und den Winter. Nicht nur, weil sie mit ihren verschwenderischen Aromen die Seele wärmen. Sondern auch, weil sie wunderbar zu kräftigen, reichen Fleischgerichten passen, die traditionell eher in der kalten Jahreszeit auf den Tisch kommen. Eine Ausnahme macht aber möglicherweise ein Grillfest, das an einem kühlen Sommerabend stattfindet. Dann wird italienischer Malbec ganz sicher auch willkommen sein.

Eine Majestät unter den roten Rebsorten

So großartig sich Malbec genießen lässt, so durchaus schwierig ist die Sorte für den Winzer. Malbec treibt früh aus, das macht sie empfindlich, wenn es im Frühling nochmal zu späten Frösten kommen sollte. Überhaupt kann sie Kälte nicht so gut ab, das gilt auch für Winterfröste. Im Norden Italiens wird sie so gut wie gar nicht kultiviert, man findet sie aber in der Toskana und in den Anbaugebieten südlich davon. Zudem ist Malbec eine Rebsorte, die durchaus auch für einige Krankheiten anfällig ist, etwa für den Falschen Mehltau oder die Grauschimmelfäule. Wer dennoch Rebflächen damit bestockt und bis zur Lese gut pflegt, der kann auf eine Investition für die Zukunft hoffen. Hochwertige Malbecs können nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte reifen. Dann werden sie so majestätisch, dass sie wirklich in der allerersten Weinliga mitspielen können

Ein Weingut, das das auf hohem Niveau beweist, ist das Weingut Aldobrandesca, das zum Besitz der Familie Antinori gehört. Es liegt in der Maremma in der südlichen Toskana und produziert einen der ganz wenigen reinsortigen Malbecs Italiens. „Vie Cave “ hat die Familie diesen Tropfen getauft, dessen Namensgeber eine historische Straße der Etrusker ist. Die Böden in der fast biblischen Landschaft sind vulkanischen Ursprungs; der Malbec ganz sicher ein Tipp für Rotweinfans, die auf der Suche nach dem Besonderen sind.